Im Naturpark Thüringerwald kann man eine Vielzahl seltener Pflanzenarten beobachten in ihrem natürlichen vielfältigen Lebensraum.

Bereits in 1979 wurde das Biosphärenreservat Thüringer Wald von der UNESCO anerkannt und ist damit eines der beiden ältesten in Deutschland. Der Naturpark Thüringerwald erstreckt sich über hundert Kilometer von Nordwesten nach Südosten entlang des Rennsteiges, der sich durch den gesamten Park zieht. Am Großen Beerberg erreicht der Thüringer Wald seine höchste Erhebung mit 982 m. Um die manchmal noch urwüchsige Natur zu schützen, wurde er im Jahr 1990 begründet. Das Vorkommen von rund 1900 Pflanzen-, Flechten- und Pilzarten sowie von rund 2600 Tierarten belegen die biologische Vielfalt in der Region.

Jahr um Jahr legt sich auf den Waldboden erneut eine Schicht aus abgestorbenen Pflanzen und Laubblättern. Von zahllosen Bodenlebewesen zerkleinert und durchmischt, entsteht daraus Humus. Er ist an seiner schwarzen bis dunkelbraune Farbe zu erkennen. Durch Regenwasser und wühlende Tiere wird die Humussubstanz in den darunter liegenden Mineralboden transportiert und es entstehen fließende Übergänge. Die Falllaubschicht bleibt in einem naturnahen Laubmischwald sehr dünn, denn die Pflanzenreste werden innerhalb eines Jahres zersetzt und so dem natürlichen Stoffkreislauf wieder zugeführt. In naturnahen Laubmischwäldern gelangt das Licht durch die Vielfalt der Baumarten und deren unterschiedliches Alter an vielen Stellen bis auf den Boden. Dadurch finden hier viele Bodenpflanzen (Geophyten) Entwicklungsmöglichkeiten, und es kommt zu einer ausgeprägten Schichtung.

Baumschicht: bildet mit dem Kronendach den Abschluss

Strauchschicht: mehrjährige Sträucher und junge Bäume

Krautschicht: ein- und mehrjährige Kräuter, die besonders dem Frühlingswald sein buntes Kleid verleihen.

Moosschicht: Moose und Pilze

Falllaubschicht: abgeworfene und verrottende Blätter

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Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

Naturnahe Mischwälder in Zukunft

"Naturnah" bedeutet Gestaltung und Pflege mit der Natur (und ihren eigenen Gesetzen) und nicht gegen sie. Keineswegs ist damit aber gemeint, alles wild durcheinander wuchern zu lassen. Die nur aus einer Baumart bestehenden und zudem noch gleichaltrigen Fichtenbestände bergen große Risiken und werden daher zunehmend auch von Forstfachleuten kritisch gesehen. Obwohl die Fichte zukünftig wirtschaftliche Bedeutung behalten wird, ist der Waldumbau, d.h. die Entwicklung der Nadelholzreinbestände zu naturnahen Mischwäldern zur Schwerpunktaufgabe geworden, nicht nur im Thüringer Wald. Neben der Veränderung des Artenspektrums, in dem der Laubbaumanteil deutlich erhöht werden soll, geht es dabei aber auch um ein, der natürlichen Wachstumsdynamik angepasste Nebeneinander der verschiedenen Altersstufen der Bäume. Ein weiter wesentlicher Punkt kommt hinzu: Pflanzen stehen ja nicht einfach so in der Gegend herum, sondern sind Teil ihrer jeweiligen Lebensgemeinschaften.

Ein naturnaher Garten ist kein Zeichen für die Faulheit, wohl aber sichtbarer Beweis eines ausgeprägten Umweltbewusstseins und einer entsprechenden Denkweise.

Heimische Sträucher und Pflanzen sind wichtige Futterquellen für Tiere

Allein an und von der bei Gärtnern als hartnäckiges "Unkraut" gefürchteten Quecke leben nicht weniger als 81 Tierarten. Andererseits können sich nichtheimische Pflanzen oder Zuchtformen vielfach nicht in hiesige Lebensgemeinschaften einfügen und bieten heimischen Tieren kein Nahrungsangebot. Ohne Brennnesseln keine Falter - ohne Brennnesseln aber auch keine Vögel, die von den Raupen leben. Die vorstehenden Ausführungen sollen nun nicht bedeuten, dass man Quecken, Giersch und Brennnesseln überwuchern lässt, aber man sollte auch sogenannte Unkräuter in einigen Ecken dulden - der Artenvielfalt und damit nicht zuletzt auch uns selbst zuliebe.

Marienkäfer und Florfliegenlarven beispielsweise haben Riesenappetit auf Blattläuse, Vögel und Schlupfwespen halten gefräßige Raupen in Schach, und Igel und Kröten tun sich an Nacktschnecken gütlich. In der Regel bietet aber ein möglichst großer Strukturreichtum und die überwiegende Verwendung heimischer Pflanzen, Sträucher und Bäume die beste Gewähr für eine hohe Artenvielfalt und damit für ein ausgewogenes ökologisches Gleichgewicht. Duldung von Kleinstrukturen wie morsche Baumstubben, Stein- und Reisighaufen, ungemähte Randstreifen etc. kann erstaunlich viel bewirken. Sie sind Lebensraum und Unterschlupf für eine Vielzahl von Tieren, unter ihnen Rotkehlchen und Zaunkönig, Igel und Wiesel, Lurche und Eidechsen sowie eine Vielzahl von Insekten.

Nährgehölze auch als Hecke

Wildgehölze für Hecken

Feld ahorn (Acer campestre)
Spitzahorn (Acer platanoides)
Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Schwarzerle (Alnusglutinosa)monogyna)
Vogelkirsche (Prunusavium)
Traubenkirsche (Prunus padus)
Winterlinde (Tilia cordata)
Sommerlinde (Tilia platyphyllos)

strauchartige Bäume:
Holzapfel
(Malus sylvestris)
Mispel (Mespilus germanica)
Holzbirne (Pyrus pyraster)
Salweide (Salix caprea)


Sträucher:
Buchsbaum
(Buxus sempervirens)
Besenheide (Calluna vulgaris)
Kornelkirsche (Cornus mas)
Roter Hartriegel (Cornus sanguinea)
Seidelbast (Daphne mezereum)
Pfaffenhütchen (Euonymus europaea)
Färberginster (Genista tinctoria)
Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare)
Schlehe (Prunus spinosa)
Hunsrose (Rosa canina)
Öhrchenweide (Salix aurita)
Besenginster (Cytisus scoparius)

Hainbuche (Carpinus betulus
Kornelkirsche (Cornus mas)
Haselnuß (Corylus avellana)
Eingriffeliger Weißdorn ( Crataegus)
Stechpalme (Ilex aquifolium)
Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare)
Schlehe (Prunus spinosa)
Echter Kreuzdorn (Rhamnus catharticus)
Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
Essigrose (Rosa gallica)
Echte Brombeere (Rubus fruticosus)
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

Bäume:
Sandbirke
(Betula pendula)
Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
Steinweichsel (Prunus mahaleb)
Stieleiche (Quercus robur)
Blaue Heckenkirsche (Lonicera caerules)
Europäische Lärche (Larix decidua
Eibe (Taxus baccata)

Heute wird nicht nur der Wald von vielen Faktoren in seiner Existenz bedroht. Die Emissionsbelastungen durch unsere Industriegesellschaft setzen der Natur - seit Beginn der 80er Jahre nachgewiesen - stark zu. Das wirtschaftliche Wachstum mit allen Schäden machen vor den Naturparken oder Wald nicht halt. Über die neuartigen Waldschäden und ihre aktuellen Zahlen können sie sich hier informieren: www.sdw.de